Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson

Pflegebedürftige ab dem Pflegegrad 2 haben Anspruch auf bis zu 6 Wochen (42 Kalendertage) Verhinderungspflege, wenn sie seit mindestens sechs Monaten von einem Angehörigen oder privaten Pflegeperson gepflegt werden und dieser vorübergehend verhindert ist.

 

Ist eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaubs, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegekasse bis zu 1612 Euro im Kalenderjahr. Der Leistungsbetrag kann sich um bis zu 806 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege auf insgesamt bis zu 2418 Euro im Kalenderjahr erhöhen.

 

Weil es manchmal notwendig ist, kurzfristig Ersatz zu finden, muss nicht zwingend vor der Inanspruchnahme der Verhinderungspflege der Antrag gestellt werden. Leistungen der Verhinderungspflege müssen auch nicht im Voraus von der Pflegekasse genehmigt werden! Wichtig ist nur, dass während der Verhinderungspflege alle Belege und Nachweise zu den Aufwendungen gesammelt werden, um sie später bei der Pflegekasse einzureichen.

 

Aufwendungen für Verhinderungspflege können z. B. die Kosten für Pflegesachleistungen eines Pflegedienstes sein.

 

Pflegegeld bzw. Kombinationsleistung

In der Zeit der (tageweisen) Verhinderungspflege wird ein (vorhandener) Pflegegeldbezug um 50 % gekürzt. ABER: Wird die Leistung jedoch nur stundenweise erbracht und ist die Pflegeperson nur stundenweise verhindert, erfolgt keine Kürzung des Pflegegeldes!

 

Der Anspruch auf Ersatzpflege entsteht in jedem Kalenderjahr neu und muss jedes Jahr vom Leistungsempfänger oder gesetzlicher Vertreter entsprechend beantragt werden.

 

Der Pflegegrad 2 muss nicht bereits während der sechsmonatigen Vorpflegezeit vorgelegen haben.

 

 

Qualitätsprüfung "sehr gut"